Fashion goes Politics

Es muss schon viel passieren, damit die doch recht oberflächliche Modebranche das Champagnerglas aus der Hand legt und sich mit dem Ernst des Lebens beschäftigt. Die aktuelle Welt hat es aber tatsächlich geschafft, an allen Ecken und Enden der Modewelt findet man momentan politische Statements.

Auf den gerade vergangenen Fashion Weeks hat man einige politische Botschaften zu sehen bekommen, die größtenteils ein Ziel hatten: Donald Trump. Wenig überraschend hat sich da vor allem die Fashion Week in New York hervorgetan.

Die Calvin Klein Show wurde beispielsweise von David Bowie’s Klassiker „This is not America“ begleitet, Public School ließ die Laufsteg-Models mit Caps mit dem Aufdruck „Make America New York“ laufen und showübergreifend haben sich viele Models unter dem Hashtag #tiedtogether solidarisiert und ihrem Protest gegen Rassismus, Angst, usw. mit einem weißen Bandana Ausdruck verliehen. Höhepunkt der politischen Message war dann, wenn auch ungewollt, der deutsche Designer Philip Plein. Der hat Tiffany Trump zu seiner Show eingeladen, was zur Folge hatte, dass die Sitze in ihrer unmittelbaren Umgebung leer blieben. Das war dann zwar kein Statement des Designers, aber immerhin eines der Gäste, die der Trump-Tochter damit wohl das Gefühl früherer Grundschulzeiten zurückgaben, als sie beim Völkerball immer zuletzt gewählt wurde. Arme Tiffany!

Politik war aber nicht nur in New York Thema, auch in Paris gab war die Wahl des US-Präsidenten Thema. Balenciaga-Designer Demna Gvasalia hat sich in seiner neuesten Kollektion beispielsweise einfach mal das Logo von Bernie Sanders geschnappt und daraus seine Kollektion kreiert. Ist übrigens gar nicht so schlecht geworden, auch wenn Bernie Sanders die Kollektion bei den Preisen des Labels vermutlich nicht gutheißen kann.

Außerhalb der Fashion Weeks wirbt Diesel gerade mit der Kampagne #makelovenotwalls für Toleranz, Spaß und eine freie Welt, und liegt damit natürlich voll im Trend.

Wie man sieht, ist also gerade ’ne Menge los. Die Branche, die noch vor drei Jahren Karl Lagerfeld für eine Show gefeiert hat, in der er Gisele Bündchen als Feministin mit Schildern wie „Boys should get pregnant, too“ laufen ließ, weil Feminismus zu dem Zeitpunkt ein extrem heißes Thema war, scheint sich mittlerweile (hoffentlich) ernsthaft mit dem zu beschäftigen, was außerhalb der rosaroten Modeblase so passiert und setzt deutliche Zeichen gegen Ausgrenzung, Rassismus, und was sonst noch so gerade schief läuft. Wäre ziemlich schade, wenn die Probleme dieser Welt für die Brands nur ein weiterer guter Marketing-Move wären.

Apropos guter Marketing-Move: Ich bin mal gespannt, ob und wie sich die politische Lage und die Wahlen 2017 hier in Deutschland auf die Mode auswirken. Ich habe mir schon mal ein lässiges Shirt mit einem Foto gegönnt, auf dem Frauke Petry, vermutlich direkt nach dem Aufstehen, mal ungeschminkt erwischt wurde. #makelovenotwalls (und jetzt ab zu Diesel!)

Den Rest des Jahres schon mal die bösen Dämonen für ein entspanntes 2017 vertreiben! #baddemons #afd #unmasked

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