H&M im freien Fall

Wenn ein Unternehmen momentan nicht noch mehr schlechte Neuigkeiten und Skandale gebrauchen kann, dann H&M. 2017 gab es den Skandal um die Verbrennung von Tonnen neuer, ungetragener Kleidung, vor kurzem der Rassismus-Skandal um den „Coolest Monkey in the Jungle“-Hoodie, und jetzt wirft ein britischer Ex-Knacki mehreren bekannten Modeunternehmen vor, in China Gefängnis-Insassen auszubeuten. Darunter natürlich auch wieder H&M, die ja nicht zum ersten Mal schon negativ durch schlechte Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit, usw. auf sich aufmerksam gemacht haben. Jetzt also Gefängnis-Insassen, die für Zulieferer des schwedischen Modegiganten Textilien herstellen.

Und das, obwohl H&M von seinen Zulieferern eine Zusicherung verlangt, auf Zwangsarbeit, Gefängnisarbeit und illegale Beschäftigung zu verzichten. Laut einem Konzernsprecher wurde das zwar nicht verletzt, trotzdem werden die chinesischen Zulieferer jetzt auf den Prüfstand gestellt. Vielleicht hätte man das aber besser etwas früher gemacht, anstatt immer erst zu reagieren, wenn es irgendwann an die Öffentlichkeit gelangt.

Denn auch dank dieser nicht wirklich vorteilhaften Berichterstattung hat es H&M nämlich mittlerweile an der heimischen Börse in Schweden geschafft, zum am meisten geshorteten Unternehmen zu werden. Für alle, denen das nicht sagt: Bei keinem Unternehmen wird häufiger auf den Fall des Börsenkurses gewettet, als bei H&M. Eine zweifelhafte Spitzenposition, die das Unternehmen mit Sicherheit gerne wieder abgeben würde. Dafür müssten sich der Börsenkurs aber so langsam mal wieder stabilisieren. Minus 44,9% in den vergangenen 12 Monaten kann auch den Konzernchefs nicht gefallen. Ein deutliches Zeichen dafür, dass es H&M vielleicht auch mal ganz guttun würde, zumindest das ein oder andere Fettnäpfchen auszulassen.




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