Nike launcht Hijab und sorgt für Diskussionen

Ein Jahr lang hat Nike in Zusammenarbeit mit muslimischen Sportlerinnen einen Hijab entwickelt, der 2018 unter dem Namen „Pro Hijab“ auf den Markt kommt. Vor ein paar Tagen, ganz zufällig am Weltfrauentag, wurde das Ergebnis jetzt präsentiert und sorgt seitdem für hitzige Diskussionen. Nike hat es schon mit der Ankündigung des sportlichen Hijab geschafft, hier in Europa für ordentlich Aufmerksamkeit zu sorgen – und das, obwohl Europa nicht unbedingt der Markt ist, auf dem Nike sich mit dem Hijab den großen Erfolg erhofft. Wenig überraschend ist das praktische Kopftuch vor allem zur Eroberung des arabischen Marktes gedacht.

Der Großteil der Kommentare unter Artikeln hier in Deutschland über den Hijab ist, wenig überraschend, ziemlich kritisch. Wenig überraschend, weil hier traditionell immer eher die Leute den Mund aufmachen, die etwas zu meckern haben.

Hier mal ein paar Meinungen, die ich unter dem Hijab-Artikel der Welt gefunden habe:

„Gut zu wissen, dass nike sich jetzt auch aktiv an der Unterdrückung der Frau beteiligt.“

„Das war’s jetzt mit Nike für mich. Habe alles ausgemistet und werde auch nichts mehr kaufen von dieser Firma. Zum Glück gibt es ja gerade in Sachen Sportmode viel Auswahl durch andere Hersteller. Man denkt immer, es kommt nicht schlimmer und wird dann eines Besseren belehrt.“

„Anstatt dem Islam eine Grenze zu zeigen die nicht überschritten werden kann, kommt Nike mit solchen Sachen um die Ecke. Nicht zu fassen. Naja, Geld gespart. Ich werde keine Nike Sachen mehr kaufen“

„Gibt es von Nike bald auch eine Carbonschaft Peitsche mit ergonomisch geformten Griff? Die iranisch/saudische Sittenpolizei ärgert sich schon seit längerem mit Handgelenks- und Sehnenproblemen herum.“

„Hier geht es doch nur ums Geld. Ein neuer Markt bedeutet neuen Absatz. Moral oder so was spielt doch in der Wirtschaft keine Rolle.“

Es gab natürlich auch einige positive Stimmen, die sind aber sehr rar gesät. Nike dagegen spricht natürlich nicht davon, mit dem Kopftuch die Unterdrückung der Frau in arabischen Ländern zu fördern. Viel mehr will Nike mit der Entwicklung des „Pro Hijabs“ mehr Frauen ermöglichen, Sport zu machen. Außerdem soll der Wettbewerbsnachteil, der weiblichen muslimischen Sportlerinnen durch das Tragen eines gewöhnlichen Kopftuchs entsteht, durch das an die sportlichen Bedürfnisse angepasste Kopftuch reduziert werden.

Zahra Lahri, die erste Eiskunstläuferin der Vereinigten Arabischen Emirate, die internationales Niveau aufweisen kann, ist dabei als große Hoffnung für die olympischen Winterspiele 2018 das passende Gesicht für die Kampagne. Ihre Meinung:

„People may think or tell you that you can’t do certain things, but I’m going to show them you absolutely can. I am covered, I am Muslim, I am from a desert country, and I’m doing a winter sport.“

Sie schlägt natürlich in die gleiche Kerbe wie Nike und stellt das Label als den großen Heilsbringer der muslimischen Frauen dar. Nike ist aber weder das erste Label, das sportliche Hijabs entwickelt und somit die Rechte und die Gleichberechtigung der muslimischen Frau auf eine neue Stufe bringt, noch das böse Unternehmen, das die Unterdrückung der Frau durch die Verschleierung im sportlichen Wettbewerb fördert. Nike ist und bleibt einfach ein riesiges Unternehmen, das den Gesetzen der freien Marktwirtschaft folgt und in dem Hijab ein riesiges Absatzpotenzial sieht. Zu Recht, denn es ist mit Sicherheit der stylischste Hijab, den es 2018 auf dem Markt zu sehen geben wird. Und ganz davon ab ist es doch auch einfach eine gute Sache. Wenn eine Frau beim Sport ein Kopftuch tragen will, soll sie das doch machen. Dass das für viele hier in Deutschland ein rotes (Kopf-) Tuch (was für ein Kalauer!) ist, kann ich nicht so richtig nachvollziehen.

Ganz vergessen: Den „Pro Hijab“ gibt’s übrigens in schwarz, blau und grau.




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