Vetements verzichtet zukünftig auf Fashion Shows

Dass Vetemenents ein Label ist, welches lieber vorneweg geht, als stumpf alles so zu machen wie die anderen, ist nicht erst seit dem Vogue-Interview mit Gründer Demna Gvasalia bekannt. Seit Beginn geht es für das Label vor allem deshalb in beachtlichem Tempo bergauf, weil es die Macher ihr komplett eigenes Ding durchziehen und sich nicht um die Szene, Trends, oder was auch immer kümmern. Dieses Vorgehen war allerdings so erfolgreich, dass den Gründern scheinbar etwas schwindelig geworden ist, so dass jetzt erstmal auf Entschleunigung gesetzt wird, um das Gleichgewicht wiederherzustellen. Anders sind die neuesten Äußerungen und Maßnahmen auf jeden Fall nur schwer zu verstehen.

Erst vor einigen Monaten gab es den überraschenden Umzug von Paris in die, laut Gvasalia, „wohl langweiligste Stadt Europas“, Zürich. Danach kam die Nachricht, dass Vetements künftig keine Oversized Outfits mehr produzieren will. Vor dem Hintergrund, dass Vetements wie kein zweites für Oversized Looks steht und diese Kreationen den raketenhaften Aufstieg erst ermöglich haben, eine mutige Entscheidung. Und zu guter Letzt wollen die Gründer jetzt auch noch auf komplett auf Fashion Shows verzichten und ihre Kollektionen künftig, abgesehen von möglichen Überraschungen, nur noch im Pariser Showroom zeigen. Gvasalia sagte der Vogue dazu:

„I got bored. I think it needs to enter a new chapter. Fashion shows are not the best tool. We did the show in the sex club, the restaurant, the church. We brought forward the season, we showed men’s and women’s together. It’s become repetitive and exhausting. We will do something when there’s the time and the need for it. It will be more like a surprise.“

In diesem Zuge sagt er auch noch, dass der ursprüngliche Sinn der Shows durch das ständige Filmen und Fotografieren verloren gegangen ist. Ihn nervt, dass sich der Großteil der Besucher nicht mehr vernünftig mit den Looks auseinandersetzt, geschweige denn sie versteht.

Aus meiner Sicht mag das zwar richtig sein, und ein bisschen mehr Aufmerksamkeit auf das Wesentliche würde den meisten, die sich auf solchen Shows so tummeln, wirklich gut sein; andererseits ist Vetements durch diesen riesigen Social Media-Hype erst so groß geworden, wie es jetzt ist. Mittlerweile kann das Label aber wohl, zumindest in gewissem Maße, darauf verzichten, was ja völlig in Ordnung ist. Zusätzlich sind solche Shows ja auc nicht so ganz billig. Wenn man schon irgendwas zwischen 100.000 € und 1 Million € dafür ausgibt, sollte man schon zufrieden mit dem Ergebnis sein.

Schade ist es trotzdem, die Shows der Gvasalia-Brüder gehörten schon zu den Highlights der letzten Jahre. Deshalb gebe ich hier auch nochmal, voller Wehmut, die Highlights der letzten Vetements Shows zum Besten, schluchze dabei in meinen Oversized Hoodie und weine der guten alten Zeit nach.

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