Weekly Struggle #11

Schon am Morgen des Montags der 40. Kalenderwoche wachte ich mit einer leichten Nervosität auf, denn am Abend sollte das Love Island Finale stattfinden. Und obwohl ich Sinn und Zweck der Sendung immer noch nicht so richtig verstanden hatte, war ich doch gespannt, wer die große RTL2-Bühne am Ende als Sieger verlassen würde. Leider hatte ich zwischen dem Ende der abendlichen Trainingseinheit und dem Beginn der Sendung noch etwas Zeit, die ich mir damit vertrieb, mir mal wieder ein paar Folgen der besten Quizsendung der Welt anzusehen – „The Name Game“!

Für alle, die „The Name Game“ nicht kennen: 4 Kandidaten versuchen, nur anhand eines Fotos den Namen einer Person zu erraten. Ziemlich kniffelig, und in Verbindung mit den durchgehend uncoolen, aber weitestgehend ziemlich witzigen Hauptakteuren einfach verdammt gut.

Und auf eine Folge „The Name Game“ folgten natürlich noch eine zweite und eine dritte Folge, bis ich irgendwann aus meiner Youtube-Trance aufschreckte und mit Schrecken feststellte, dass ich Love Island verpasst hatte. Im ersten Moment natürlich unglaublich traurig, jetzt im Nachhinein bin ich aber doch ganz stolz, dass ich bei Gesprächen über das Finale lässig einwerfen kann, dass ich mir so einen Scheiß nun wirklich nicht angucke und so was ja generell nur für Idioten produziert wird.

Am späten Dienstag Vormittag zog ich mir dann auf bild.de aber natürlich doch noch alle Einzelheiten zum Finale rein und las avon dem großen Erfolg von Jan & Elena. Herzlichen Glückwunsch auch nochmal von meiner Seite! Ist auf jeden Fall schön zu wissen, dass sich die wahre Liebe am Ende durchgesetzt hat. Wobei die plötzliche, für mich völlig überraschende und nicht nachvollziehbare Trennung des Traumpaars im Nachgang des Finales natürlich ein Schock war. Nachdem ich mich den restlichen Vormittag durch sämtliche Online-Medien las, um mal wieder auf den aktuellen Stand der Dinge gebracht zu werden, hatten wir am Nachmittag noch ein Spiel in der Alsterdorfer Sporthalle, dass glücklicherweise ziemlich schnell entschieden war, so dass es für mich ein ziemlich entspannter Nachmittag auf der Tribüne war.

Am Abend setzte ich mich dann an die 10. Ausgabe meines „Weekly Struggles“, und als ich mein Werk vollendet hatte, stöberte ich nochmal durch die vergangenen  9 Werke und schüttelte die meiste Zeit über nur mit dem Kopf. „Wahnsinn, wie ich im Verlauf der 10. Wochen so gereift bin“, hätte ich mich gerne sagen gehört. Das wäre aber leider gelogen, und deshalb sagte ich lieber gar nichts, sondern schüttelte einfach nur stillschweigend meinen Kopf und war schockiert, wie schnell die 10 Wochen doch vergangen sind. Naja, was solls.

Das Erste, was ich am Mittwoch entdeckte, waren die neuen Instagram Stories, die von fast jedem, der was auf sich hält, für meist unglaublich sinnlose und geistfreie Umfragen missbraucht wurden. Und weil mir das so unglaublich gut gefiel, startete ich auch gleich eine dieser unfassbar sinnvollen Umfragen, deren Ergebnis einfach atemberaubend war! Worum es in der Umfrage ging und wie das Ergebnis war, gebe ich hier natürlich nicht preis. INSTA ONLY! FOLGT MIR! SOFORT!

Donnerstag holte mich dann die Herbstdepression ein. Ich hatte Lust zu gar nichts, und so tat ich auch nicht viel. Außer natürlich ein bisschen Business (dies, das), bevor es abends zum Training ging, wo ich das erste Mal seit meiner Knieverletzung wieder richtig trainierte und zum Dank direkt ein fremdes Knie in den Oberschenkel gerammt bekam (#dankefuchsi). Gut, dass ich so cool und so ein unglaubich harter Hund bin, so dass ich das Ganze locker wegsteckte, ohne es im Verlauf der nächsten Tage noch 10-20 Mal zu erwähnen…

Schon kurze Zeit später war es das aber mit meiner Coolness. Und zwar direkt, nachdem ich das neueste Faktastisch-Video mit dem Titel Alles, was du über Supreme wissen solltest“ geschickt bekam.

Da wurde mir schlagartig bewusst, dass es mit dem Label bald zu Ende sein wird. Hype gut und schön, aber so ein Video ist dann doch mehr, als jedes noch so erfolgreiche Label verkraften kann. Und so haderte ich mit der ganzen Streetwear-Szene, die momentan scheinbar etwas überhitzt ist, und so etwas dadurch erst möglich machte. Ich muss gestehen, dass ich sogar eine kleine Träne verdrückt habe. Nicht, weil es mir um Supreme so leid tat. Ich war noch nie großer Fan des Labels und kann mit diesen riesengroßen Hypes generell nicht so wahnsinnig viel anfangen. Vielmehr machte ich mir Gedanken, welches Label es wohl als Nächstes erwischen würde und bekam etwas Angst. Bitte nicht Palace! Bitte nicht!!

Am Freitag ließ ich die Arbeitswoche dann nochmal mit einem schönen Workshop bis 16 Uhr ausklingen, der zwar interessant und kurzweilig war, aber eben trotzdem bis 16 Uhr ging, was für den Freitag doch entschieden zu lang ist.

Als Belohnung verdonnerte ich mich mal wieder zu einer ausgeprägten Entdeckungstour auf Instagram. Und was ich entdeckte, war zwar nicht unbedingt neu, aber dafür umso bezaubernder. Ich entdeckte nämlich, dass die ohne Frage coolste Frau auf Instagram, Baddie Winkle, so langsam wieder in Fahrt kommt und häufiger auf Instagram aktiv ist.

💜🍒Toronto you were beautiful 🍒💜

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Und so schlief ich dann am Freitag viel zu früh, aber auch glücklich über die Lebenszeichen von Baddie, ein.

Samstag morgen startete ich dann gezwungenermaßen mit einem kleinen Workout, nämlich mit dem letzten Training der Woche. Von da ging es dann direkt mit ein paar der Jungs zu einem Italiener in Stellingen, dessen Name ich zwar vergessen habe, bei dem es mir aber trotzdem ganz gut gefiel. Was dazu führte, dass wir dort eine ganze Weile saßen, über dies und jenes diskutierten, so dass das unfassbar schlechte Wetter gar nicht so sehr störte, wie ich noch am Vormittag vermutete. Irgendwann ließ es sich aber nicht mehr vermeiden, und wir mussten uns durch den Regen zu unseren Autos kämpfen. Meins führte mich zum Dank direkt in den nächsten Stau. Was man ihm (er heißt Anton) allerdings nur teilweise anlasten kann, vielleicht sollte ich einfach öfter mal auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückgreifen.

Der Stau kam allerdings extrem ungelegen. Denn da wir viel zu lange bei dem Italiener rumlungerten, bahnte sich tatsächlich mein alter Feind, der Freizeitstress an. Schon am frühen Abend war ich wieder beim nächsten Italiener verabredet. Diesmal in Eimsbüttel und mit zwei Mannschaftskollegen samt Freundinnen. Da wir uns ansonsten ja nur mindestens 5x pro Woche sehen und das ja nun wirklich nicht ausreicht, war der Abend in der Trattoria Salento mal ein guter Anlass, um über all die Dinge zu sprechen, die ansonsten viel zu kurz kommen: Dummes Zeug und schlechte Witze. Und so redeten wir allerhand dummes Zeug, und ab und zu sogar auch mal etwas Sinnvolles, wobei ich mich bei gehaltvollen Gesprächen traditionell eher zurückhalte. Machte aber auch nichts, denn so hatte ich zwischendurch genug Zeit, um mich auf das Essen zu konzentrieren, das wirklich hervorragend war. Insgesamt also ein überaus gelungener Abend, aus dem ich trotzdem mit einem leicht schlechten Gefühl herausging. Nachdem @victorixo und ich nämlich beide das teuerste Gericht bestellten, kam am Ende der Vorschlag, die Rechnung einfach durch die Personen zu teilen, wobei wir deutlich zu gut wegkamen. Mein halbherziger, wenig glaubhafter Protest verschaffte meinem schlechten Gewissen dabei leider keine Abhilfe.

Mein tiefer, langer Schlaf in der Nacht von Samstag auf Sonntag ließ dann aber doch darauf schließen, dass ich entweder ein schlechter Mensch bin, oder dass es vielleicht doch nicht so unangenehm war, wie ich im ersten Moment annahm.

Am Sonntag saß ich dann bei bestem Wetter im Bus, auf dem Weg zu unserem Auswärtsspiel in Rostock. Und danach natürlich wieder zurück. Dazwischen war dann das Spiel, dass ich mir von der Bank aus ansah, und bei dem ich zufrieden feststellte, dass die Jungs sich so schlecht nicht anstellten. Und so gewannen wir das Spiel, fuhren zufrieden wieder gen Norden und das nervige Gefühl, bei bestem Wetter den ganzen Tag im Bus gesessen zu haben, war nach dem zweiten Bier schon gar nicht mehr so schlimm.

Mehr passierte dann aber auch nicht mehr, um 22 Uhr waren wir wieder in Hamburg, und ich fiel ziemlich fertig (warum eigentlich?) ins Bett, guckte noch 1-2 Folgen The Walking Dead, und träumte mich Richtung Montag.




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