Weekly Struggle #17

Diese Woche begann so langweilig, wie eine Woche nur beginnen kann, weshalb ich über den Montag gar nicht so viele Worte verlieren will, sondern direkt bis zum ersten kleinen Highlight der Woche skippe.

Am Dienstag habe ich nämlich in illustrer Runde die Grünkohl-Saison eingeläutet und mich das erste Mal in diesem Jahr von dieser zünftigen Hausmannskost verzaubern lassen. Jedes Jahr wieder eine schöne Abwechslung zu dem ganzen anderen neumodischen Kram, den ich mir ansonsten immer so reinstopfe. Passend dazu haben die Jungs und Mädels von Mit Vergnüggen HH gerade einen Grünkohl-Guide für Hamburg rausgebracht, den ich im Laufe des Winters auf jeden Fall abarbeiten werde. Mal sehen, wie weit ich komme und ob ich noch ein paar Mitstreiter gewinnen kann.

Der Mittwoch stand dann ganz im Zeichen der Tristesse. Ich stand früh auf, wodurch mir das erste Mal so richtig bewusst wurde, wie spät es mittlerweile eigentlich hell wird und wie weit wir momentan vom Sommer entfernt sind. Und so trauerte ich vor mich hin, verlor mich bei dem Gedanken an den vergangenen Sommer in einer unangenehmen Melancholie, obwohl dieser ja eigentlich auch kein richtiger war, und war insgesamt einfach ein ziemlicher Idiot. Auch, wenn das Wetter immer schlechter und die Tage immer kürzer werden, so hat die Zeit doch auch viele Vorteile. Man muss beispielsweise absolut kein schlechtes Gewissen haben, wenn man bei schlechtem Wetter das ganze Wochenende auf dem Sofa sitzt und Serien bingewatcht. Außerdem ist ja auch bald schon wieder Weihnachten, und was Besseres als Weihnachten gibt es ja nun wirklich nicht.

Am diesem Mittwoch fielen mir die vielen positiven Gedanken zum Winter aber leider nicht ein, und so machte ich mich am Abend nochmal auf, um meine schlechte Laune mit einer kleinen Runde Shopping wieder aufzubessern. Klappte aber auch nicht, da ich absolut keine Ahnung hatte, wonach ich überhaupt suchte, und so am Ende noch unzufriedener nach Hause fuhr, als ich gekommen war. Also legte ich mich ins Bett, wo die chronische Unzufriedenheit so langsam meiner steigenden Nervosität wich.

Am Donnerstagmorgen stand nämlich als erstes ein Friseurbesuch auf dem Plan. Und es war nicht irgendein Friseurbesuch. In mittlerweile über sechs Jahren hatte ich es noch nicht geschafft, mir in Hamburg einen Friseur zu suchen. Ich nutzte einfach immer die Besuche in der Heimat, um in Flensburg den Friseur meines Vertrauens aufzusuchen. Jetzt war ich aber schon viel zu lange nicht mehr in Flensburg und es war absolut nicht mehr vertretbar, das Haareschneiden weiter hinauszuzögern. So saß ich also am Morgen in einem mir völlig fremden Friseurstudio, versuchte verzweifelt zu erklären, wie meine Frisur, die schon lange keine mehr war, denn früher mal ausgesehen hatte und ging am Ende mit deutlich kürzeren Haaren aus dem Studio, als ich es mir eigentlich vorgenommen hatte. Keinen Vorwurf an die Friseurin, die wirklich einen guten Job gemacht hatte. Sie meinte es halt nur etwas zu gut mit mir. Viel Zeit, um zu trauern, hatte ich aber sowieso nicht, denn am Donnerstag verbreitete sich die Nachricht, das Lil Peep mit nur 21 Jahren gestorben ist. Scheinbar an einer Überdosis „Xanax“. Und so wurde das Probleme mit meinen Haaren plötzlich ziemlich klein, stattdessen war ich doch ganz glücklich, mich nur mit solchen Dingen und nicht mit Depressionen, Drogen und solchem Scheiß auseinandersetzen zu müssen. Zu Ehren von Lil Peep verbrachte ich dann den restlichen Tag (bis zum Training) damit, Lil Peep Songs zu hören, und insgesamt deutlich zufriedener und vor allem dankbarer zu sein, als ich es am Anfang der Woche noch war.

Nach dem Training schaffte ich es gerade noch rechtzeitig nach Hause, um den Bambi-Gewinn von Kai Pflaume als bester Moderator mitzuerleben. Highlight war dabei natürlich sein Shoutout an unsere gemeinsame Lieblings-Streetwear-Gruppe Verband Botanischer Gärten. Props für diese überragende Aktion!

Am Freitag war dann mein persönlicher Tag der Weiterbildung, und so checkte ich das Internet nach den neuesten News und geschichtsträchtigsten Geschichten ab. In seinen Bann zog mich dabei vor allem die News, das Condé Nast Italy ab sofort eine sechsmonatige Ausbildung zum Influencer anbietet. Eigentlich ja eine ziemlich smarte Sache, sich seine Influencer nach den eigenen Vorstellungen selbst heranzuzüchten. Andererseits ist der Begriff Influencer schon so uncool, dass es nur noch durch „ausgebildeter Influencer“ getoppt werden kann. Wenn sich Condé Nast schon so etwas „Revolutionäres“ ausdenkt, hätten sie doch zumindest noch das Wort „Influencer“ abschaffen und durch irgendwas Cooles ersetzen können.

Der Samstag stand dann ganz im Zeichen des Sports. Es ging nach Braunschweig zum Handball. Glücklicherweise mit dem besseren Ende für uns, so dass ich fleißig jubelte und mir im Anschluss, obwohl ohne Spielminute völlig selbstzufrieden, erstmal ein Bier aufmachte. Auf der Rückfahrt beschallte uns Mannschafts-DJ „MC Fuchsinger“ dann auch noch mit teilweise feinsten Klängen seiner fränkischen Heimat, so dass der sportliche Tag sogar noch um eine kulturelle Komponente ergänzt wurde. Vielen Dank dafür!

Am Sonntag sollte es dann zur Affordable Art Fair gehen. Da dies aber der erste komplett freie Tag seit langem war, schaffte ich es gerade so vom Bett zum Kühlschrank und zurück. Mein sowieso schon schwacher Akku war leer, und so tat ich nichts, außer immer mal wieder ein paar Stoßgebete an den Fußballgott zu richten, die ihre Wirkung glücklicherweise nicht verfehlten. So brannten meine Bremer Jungs um Max Kruse ein absolutes Feuerwerk ab und fuhren ihren ersten Saisonsieg ein, ich vergoss die eine oder andere Freudenträne und gönnte mir zur Feier des Tages meinen ersten Schokoweihnachtsmann des Jahres. Was für ein Tag!




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