Weekly Struggle #19

Schon seit längerer Zeit spürte ich den Drang, mal wieder ein Buch zu lesen. Denn dazu hatte ich in den letzten Monaten nur viel zu wenig Zeit und das Lesen ist ja nun wirklich eine Sache, die man regelmäßig tun sollte. Da ich aber in letzter Zeit noch nicht mal dazu gekommen bin, mich darüber zu informieren, was ich denn als nächstes so lesen könnte, half mir das Schicksal in Form der Rewe Marketingabteilung auf die Sprünge. Dort drückte mir die nette Dame von Kasse 3 nämlich, nachdem ich meine unzähligen Einkäufe in einer viel zu kleinen Papiertüte verstaut hatte, ein Lustiges Taschenbuch in die Hand. Das gibt es aktuell scheinbar umsonst zum Einkauf, weil entweder Rewe, oder aber „das lustige Taschenbuch“ 50 Jahre alt geworden ist. So zumindest meine scharfsinnige Vermutung, nachdem ich das Cover mit dem Aufdruck „50 Jahre“ genauer unter die Lupe genommen hatte. Wer oder was am Ende Geburtstag hatte, konnte mir ja aber auch egal sein. Ich ging auf jeden Fall zufrieden nach Hause, legte mich aufs Sofa und tat das, was ich schon seit Monaten mal wieder tun wollte: Ich las ein Buch. Es war zwar kein besonders anspruchsvolles Buch, mit dessen Zitaten ich beim nächsten unangenehmen Small Talk Eindruck schinden könnte, aber für den Einstieg genau das Richtige. Und es weckte vor allem den Drang in mir, mal wieder regelmäßig die „Mickey Mouse“ zu lesen, die meine Mutter mir und meinen Geschwistern früher jeden Dienstag (vielleicht auch Mittwoch) zusammen mit der Bravo Sport und der Wendy gekauft hatte, und die mir dann das Mittagessen versüßten, weil ich mich so mal nicht unterhalten musste. Nur die Wendy las ich damals selbstverständlich nicht am Küchentisch. Die las ich später heimlich in meinem Zimmer, damit niemand meine extreme Coolness, die ich als ältester Bruder besaß, in Frage stellen konnte.

So verbrachte ich also die ersten beiden Tage der Woche hauptsächlich damit, die freie Zeit zum Lesen zu nutzen. Und da das Taschenbuch nur 100 Seiten hatte, war ich damit auch einigermaßen schnell durch, so dass ich mich dann ganz der Vorfreude auf mein persönliches Highlight der Woche widmen konnte. Bruder Finn war nämlich in der Stadt, und so überlegten wir uns, dass wir ja auch mal was unternehmen könnten. Da es ja bekanntlich nichts Besseres gibt, als in guter Gesellschaft gut zu essen, riefen wir Großonkel Klaus an. Denn den hatten wir sowieso schon viel zu lange nicht mehr gesehen. Und da Klaus nicht nur die besten Restaurants der Stadt kennt, sondern dort glücklicherweise auch kurzfristig meistens noch einen Tisch bekommt, schlugen wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. So landeten @fimkoh, @victorixo, Klaus und ich am Mittwoch also beim mit großer Wahrscheinlichkeit besten Italiener der Stadt, bei Enzo in der „Trattoria Due Da Enzo“. Dort aßen und tranken wir, unterhielten uns über die wichtigen Dinge des Lebens wie das Reisen, und sprachen auch über die unwichtigen Dinge wie die Arbeit. Da ich Fahrer war nippte ich den Abend über, nicht zu 100% glücklich, an meiner Spezi, warf dem Wein immer mal wieder verstohlene Blick zu und war erst zufrieden mit meinem Fahrer-Job, nachdem plötzlich der Grappa serviert wurde. Dem hätte ich mich vermutlich nur schwer entziehen können, wenn ich nicht auf Alkohol hätte verzichten müssen.

So gut meine Laune noch am Mittwoch war, so schlecht wurde sie schlagartig am Donnerstag, als ich mitbekam, das „Kneipenterrorist“ Bernd Knauer mit nur 52 Jahren gestorben ist. Der Mann, den ich über Freunde mit 16 oder 17 Jahren auf Youtube kennenlernte, und der mir mit seinen Lebensweisheiten, vor allem in Sachen Frauen, durch die eine oder andere schwere Minute half. So zündete ich eine Kerze an, und gönnte mir nochmal die komplette Reportage aus dem Jahr 1991.

RIP Bernd Knauer!

Der Freitag begann mit einem Aufenthalt beim Zoll in der Hafencity, wo ich mein Paket von Ader Error abholen musste. Lust hatte ich dazu zwar nicht, aber die Vorfreude auf das Paket überwog dann doch. So brachte ich die Warterei mit einem Lächeln im Gesicht hinter mich, zahlte freudestrahlend Zollgebühr und Einfuhrsteuer, bevor ich den Karton dann im Auto in seine Einzelteile zerlegte, um die Teile endlich in den Händen zu halten. Am Nachmittag hielt ich es dann nicht mehr aus, schnappte mir @victorixo und versuchte, alle meine Ader Error Errungenschaften in ein Foto zu pressen, was sogar einigermaßen gelang.

Am Abend stand dann ein Aufenthalt in der Sporthalle Hamburg an, wo wir das Spiel als Tabellenerster gegen den Tabellendritten vor beeindruckenden 3000 Zuschauern doch recht souverän über die Bühne brachten und so die handballfreie Zeit bis zum Weihnachtsspiel am 26.12. als Tabellenführer verbringen dürfen. Guter Job, Freunde!

Das Wochenende ist dann kurz erzählt: Ich verschlief beide Nachmittage, gammelte die restliche Zeit vor der Playstation rum, gönnte mir nochmal die komplette Reportage über die Kneipenterroristen und feierte den zweiten Werder-Sieg der Saison. So ein Wochenende war auch mehr als überfällig..




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Blogverzeichnis - Bloggerei.de