Weekly Struggle #20

„Keine Termine und leicht einen sitzen“, das war Harald Juhnke’s Definition von Glück. Einen sitzen hatte ich zwar nicht, als ich am Montag aufwachte, aber zumindest lag eine Woche komplett ohne Termine vor mir, was mich für den Moment auch schon ziemlich glücklich machte.

So drehte ich mich nach dem Aufwachen also direkt nochmal um, schlief nochmal zwei Stunden, um dann den restlichen Tag zu entspannen. Schon am Abend des ersten freien Tages hatte ich aber genug von dem ganzen Rumgehänge, schnürte meine Laufschuhe und drehte eine Runde um den Stadtpark, um zumindest etwas Positives an diesem ersten Tag meiner freien Woche zu leisten. Eine Stunde später landete ich dann allerdings schon wieder auf dem Sofa – völlig entkräftet, aber auch zufrieden.

Der Dienstag sah dann fast aus wie der Montag, denn die restliche Woche sollte noch genug los sein, und so genoss ich einfach das Nichtstun und bereitete mich seelisch schon mal auf den Glühwein-Abend am nächsten Tag vor. Der wahrscheinlich beste Glühwein-Koch der Stadt Olaf hatte nämlich geladen und die Vergangenheit hat gezeigt, dass solche Abende nur in absoluter Top-Verfassung zu überstehen sind. Bevor ich mich mit meiner Winterhuder Gang um Jona und Timsie auf den Weg zu unseren Homies aus der Kock-Siedlung machte, packte ich noch schnell meine sieben Sachen für den Trip nach Berlin, der am nächsten Tag anstand. So wollte ich gewährleisten, dass ich am Donnerstag ohne große Verzögerungen und so früh wie möglich (8 Uhr hatte ich mir vorgenommen) losfahren konnte.

Vorher stand aber erstmal noch der Abend an, und wenn man Olaf eins nicht vorwerfen konnte, dann, dass er nicht für genügend Glühwein gesorgt hatte. Und so saßen wir zusammen, tranken ein wenig, und später noch ein wenig mehr, und je später der Abend wurde, desto besser wurden die Gespräche. So zumindest mein Gefühl. Da uns irgendwann aber doch die Gesprächsthemen ausgingen, schlossen wir den Abend mit einer ausgiebigen Runde Beerpong. Dies war im Hinblick auf den nächsten Tag vielleicht nicht die allerbeste Idee, aber Spaß machte es zumindest und alles andere war zu dem Zeitpunkt ja erstmal egal.

Dass das vielleicht doch nicht die allerbeste Idee war, bekam ich erst am nächsten Morgen zu spüren, als mein Wecker um 8 Uhr klingelte. War ich am Tag zuvor noch hochmotiviert früh nach Berlin aufzubrechen, um mir schon am Donnerstag den neuen Kiez meines Bruders Poki zeigen zu lassen, so entschied ich mich am Donnerstag dann doch ziemlich schnell, es erstmal ruhig angehen zu lassen.

Fast pünktlich schaffte ich es dann um 19 Uhr tatsächlich ins Auto, gönnte mir an der nächsten Tankstelle die für jede längere Autofahrt unerlässliche Ration Carazza und landete schlussendlich nur knappe 11 Stunden später als geplant auf der Autobahn.

Statt um 12 Uhr kam ich dann, dank zusätzlicher Irrfahrt durch Berlin, erst um 23 Uhr bei Poki an. Der Tag war also gelaufen, weshalb wir den Rest des Abends machten, was wir bei unseren rar gesäten Treffen immer machten: Wir saßen vor seinem Fernseher, zeigten uns gegenseitig ein paar lustige Serien und dumme Youtube-Videos und planten dabei schon mal den nächsten Tag.

Den verbrachten wir dann hauptsächlich dort, wo man einen Zugezogenen und einen Touristen am ehesten erwartet, in Mitte. Dort liefen wir die Torstraße rauf und runter, shoppten im Sotostore und ein paar Straßen weiter bei Wood Wood, bevor wir im „La Cantina“ landeten, wo es ziemlich gute Nudeln zu einem fast schon unheimlichen Preis von 4,50€ gab. Damit hatte ich in Mitte, internationales Zentrum der Gentrifizierung, nun nicht unbedingt gerechnet.

Bevor es am Samstag dann wieder zurück ins beschauliche Hamburg ging, beschlossen wir meinen Besuch mit einer kurzen Tour durch Friedrichshain, schlenderten an gefühlt 200 komplett überfüllten Bars vorbei, streunten über das RAW-Gelände, das nur so vor urbaner Schönheit strotzt und landeten schlussendlich doch in der Bar direkt neben Poki’s Wohnung.  Dort nippten wir an unseren ziemlich guten Cocktails, und als wir nach einem Getränk wieder aufbrechen wollten, stürmte überraschenderweise eine Gruppe von verkleideten Piraten und Tiefseetauchern die Bar, räkelte sich auf dem Boden und überreichte jedem einen Shot Rum samt Ticket für die am nächsten Tag stattfindende Party zum Release von Kraken Black Rum.Verrückt, dieses Berlin!

Ziemlich beeindruckt von der neuen Heimat meines Bruders verabschiedete ich mich am Samstagmorgen und trat die Heimreise an, nur um mich am Sonntag dann in einer völlig überfüllten Volksbank Arena zu wiederzufinden.

Dort war Mädchenflohmarkt, und in einem kurzen Moment der Unachtsamkeit hatte ich @victorixo versprochen, dort mit ihr hinzugehen. So stand ich dann in einer Ecke der Halle, während sie sich durch sämtliche Stände wühlte, und nach einer gefühlten Ewigkeit zufrieden zurückkam, um mich für den Heimweg abzuholen und damit meine letzte Aktivität der Woche zu beenden.

Zum Abschluss noch ein kleiner Tipp von mir an alle Flohmarkt-Betreiber und Ladenbesitzer: Eine kleine Ecke mit ein paar kühlen Getränken und Sitzmöglichkeiten würde den Frauen die Möglichkeit geben, deutlich länger zu shoppen und somit auch mehr Geld auszugeben! Ich frage mich schon seit Jahren, warum es so was so selten gibt..

 




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