Weekly Struggle #21

Nachdem ich in der vergangenen Woche das Dolce Vita, frei von allen Terminen, genossen habe, holte mich das reale Leben schon am Montag wieder ein. Und so saß ich im Auto, fuhr von Winterhude nach Stellingen Richtung Volksbank Arena, bereit für den Trainingsalltag, ohne den es in der vergangenen Woche auch mal ganz schön war. Das Gute an dem Weg ist aber, dass ich im Auto immer genug Zeit habe, mir meine wöchentliche Dosis Podcasts reinzuziehen. So begann ich, wie eigentlich jede Woche, mit Fest und Flauschig und zum ersten Mal überhaupt fiel mir die laute und teilweise doch recht selbstzufriedene Lache von Olli Schultz auf, die mich stark an meinen alten Flensburger Homeboy „Kloppo“ erinnerte. Der feiert nämlich jeden seiner Scherze mit einer übertrieben lauten, aber doch irgendwie sympathischen Art, genau wie ich es nun bei Olli Schultz hörte. Entweder war mir das in all den Jahren, die ich als treuer Fan von Olli Schultz gelebt hatte, nicht aufgefallen, oder aber er hat seine Lache tatsächlich weiterentwickelt. Ist das überhaupt möglich? Oder erzähl ich einfach nur Blödsinn? Ziemlich nebensächlich ist es allemal, aber zumindest mich hat es sehr amüsiert, und das ist ja erstmal die Hauptsache.

Als ich nach dem Training dann wieder nach Hause kam, beschäftigte ich mich stattdessen mit den wirklich wichtigen Dingen des Lebens – nämlich mit der Mode. Denn Demna Gvasalia, der noch vor einem halben Jahr großmündig verkündete, dass sein Label Vetements zukünftig keine gewöhnlichen Fashion Shows mehr zeigen werde, da diese ihn langweilen würden, machte schon jetzt wieder einen Rückzieher. Frei nach Konrad Adenauer („Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern!“) verkündete Gvasalia, dass Vetements bei der im Januar stattfindenden Fashion Week Paris mit einer Show am Start sein würde. Ich weiß ja nicht, was da jetzt genau kommt, aber eine einfache Show wäre schon ziemlich enttäuschend und langweilig und Vetements eigentlich nicht mehr würdig. Vor allem nach der Ansage im vergangenen Sommer.

Der Dienstag hielt dann recht wenig bereit. Und deshalb zog ich mir die 1Live Krone rein, was ich schon seit einigen Tagen auf dem Zettel hatte, und war vor allem begeistert von dem gemeinsamen Auftritt von Sido und Klaas.

Da ich mich in einer schwachen Minute dazu verpflichtet hatte, am Mittwochmorgen im Aspria zum Spinning aufzuschlagen, wälzte ich mich schon am Dienstagabend völlig nervös hin und her. Immer mit der Angst, zu verschlafen, oder noch schlimmer, mich tatsächlich morgens um 7 Uhr auf einem Fahrrad abzustrampeln. Leider verschlief ich nicht, so dass ich mich pünktlich um 7 Uhr mit ein paar anderen hochmotivierten Kursteilnehmern auf einem Fahrrad wiederfand und betete, die kommende Stunde irgendwie zu überstehen. Und obwohl Coach Andrea mich das ein oder andere Mal dabei erwischte, wie ich den Widerstand senkte und mich zwang, das Ganze wieder rückgängig zu machen, so machte sie das doch auf eine sympathische und motivierende Art, so dass ich ihr diese Gemeinheiten nicht so richtig übelnehmen konnte. Trotz dieser Schikane überstand ich die Stunde und bildete mir, als ich völlig fertig wieder in der Kabine saß, tatsächlich ein, dass das Training sogar ein bisschen Spaß gemacht hatte.

Den Rest des Tages verbrachte ich dann, gut gelaunt aufgrund meiner frühen Aktivität damit, tausend Dinge zu erledigen und so produktiv zu sein, wie ich es seit Beginn meiner Herbstdepression (gefühlt Ende August) schon nicht mehr war. Scheinbar hatte ich mich dabei aber leicht überschätzt, denn schon um 20 Uhr sank ich völlig fertig ins Bett, zappte noch ein bisschen durch das TV-Programm, und schlief so früh ein, wie ich es vermutlich schon seit 10 Jahren nicht mehr geschafft hatte. Auf so viel Aktivität war mein Körper wohl nicht so richtig eingestellt.

Am Donnerstag staunte ich nicht schlecht, und wie schon am Montag war der Grund dafür Demna Gvasalia. Denn der ist nicht nur Head Designer von Vetements, sondern auch noch Creative Director bei Balenciaga. Und für die hat er jetzt eine Tasche designed, die der ganz normalen Edeka Plastiktüte verblüffend ähnlich ist. Nur, dass er statt auf Plastik als Material auf Lammleder setzt, was den Preis von 15 Cent auch direkt mal um 100000000000000000000000% auf 800€ in die Höhe treibt.

Balenciaga Edeka Tüte

Sicher ist auf jeden Fall, dass Gvasalia es so mal wieder geschafft hat, den „Normcore“-Trend auf ein neues Level zu heben. Und da man die Tasche erst ab Februar 2018 kaufen kann, ist auch garantiert, dass sich der Hype um die Tasche, die sowieso schon Gesprächsthema ist, locker und entspannt in den nächsten beiden Monaten steigern kann, so dass am Ende wieder jeder, der es sich leisten kann, mit einer Edeka-Tüte für 800€ rumläuft. Chapeau!

Das Wochenende stand dann ganz unter dem Motto „Weihnachtsstress“. Freitag Weihnachtsfeier, Samstag Weihnachtsshopping in der Hamburger Innenstadt (sehr, sehr dumme Idee), Sonntag dann schon wieder eine Weihnachtsfeier. Und während ich am Sonntagabend dann entspannt im COAST BY EAST in der Hafencity saß, an meinem Weißwein nippte und mit den anderen Jungs vom Handball Sportverein Hamburg hauptsächlich dummes Zeug laberte, fand ich den Stress und die ganzen Termine, die in der Weihnachtszeit nun mal so anfallen, schon gar nicht mehr so schlimm. Nur die Innenstadt werde ich zukünftig an den Adventswochenenden meiden..




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