Weekly Struggle #4

Die vergangene Woche begann, und sie begann gut. Und das, obwohl es mal wieder ein Montag war, der ja per se erstmal ein schlechter Tag ist. Da wir uns aber das vorangegangene Wochenende beim Heide-Cup in Schneverdingen an Champions-League-Teilnehmern und Bundesliga-Teams aufgerieben hatten, und dabei eine ganz passable Figur abgaben, bekamen wir am Montag trainingsfrei. Und so tat ich, was man an einem freien Nachmittag nun mal so tut, und genoss das Leben mit einem Cheeseburger und Trüffelpommes im Atelier F. Der Burger war sehr gut, und die Trüffelpommes schmeckten, wie Pommes nun mal so schmecken müssen, und dazu leider nur ein wenig nach Trüffel. Das hätte ich mir bei dem stolzen Preis von 5€ doch etwas anders gewünscht. Da man im Leben aber auch Kompromisse eingehen muss, aß ich die Pommes trotzdem voller Freude und ärgerte mich nur kurz darüber, dass ich statt Mayo Ketchup bekam. Es gibt ja auch wirklich schlimmere Schicksale.

Schon am Dienstag war das leichte Leben jedoch wieder vorbei, denn ich sah einen DHL-Roboter die Straße entlangfahren. Der Roboter kam erst locker über die Ampel, hatte dann auf der anderen Seite des Gehweges aber arge Probleme, sich zu orientieren. Dafür lief aber ein junger Typ hinterher, der aufpasste, dass der Roboter seinen Weg findet und ich fragte mich, ob die Digitalisierung und das Internet of Things denn wirklich unbedingt jeden Bereich unseres Lebens umfassen muss. Auch wenn es vermutlich nur Tests sind, ist es doch irgendwie uncool, dass Leute Robotern hinterherdackeln, damit diese irgendwann genau diesen Leuten den Job wegnehmen können, den Menschen aber eigentlich viel besser und flexibler machen können. Ich bekam kurz Angst um die berufliche Zukunft der Paketzusteller, beruhigte mich aber ziemlich schnell wieder damit, dass Digitalisierung ja auch immer neue Chancen bietet. In dem Fall wird es zukünftig bestimmt Leute geben, die den ganzen Tag Roboter der Konkurrenz aufspüren und diese auf den Rücken drehen, um das eigene Unternehmen besser dastehen zu lassen. So schlief ich dann doch entspannt und voller Vorfreude auf die Zukunft ein…

…und beschäftigte mich schon am Mittwoch wieder mit dem Thema, als ich eine News von Amazon las, in der das Unternehmen veröffentlichte, dass es bald sogenannte Instant Pickup Points geben solle, an denen man bei Amazon bestellte Produkte direkt abholen kann. Ich persönlich finde ja, dass es ziemlich guter Service ist, wenn man ein Paket schon einen Tag nach der Bestellung bekommt und dass man es doch auch irgendwann einfach mal gut sein lassen kann. Aber wie sagt man noch gleich? Stillstand ist Rückschritt und so muss es vermutlich immer weiter vorangehen. Besonders cool finde ich das irgendwie trotzdem nicht. Zumindest nicht in jedem Bereich.

Nach all den schweren Gedanken rund um die Logistik-Branche in den vergangenen Tagen, kam am Donnerstag das 1. traditionelle Sommerkonzert der Hamburger Goldkehlchen im Planten Un Bloomen genau richtig. Einfach mal den Kopf ausschalten und einem Haufen wilder Chorsänger lauschen, die einzeln vermutlich wenig Chancen auf eine Karriere im Rampenlicht hätten, als Gruppe aber eine sensationelle Performance aufs Parkett legen, lauschen und das Leben genießen. Neben großartigen Performances von absoluten Welthits wie „Mandy“ und einem überragendem Gastauftritt von Oli P., der nicht nur Flugzeuge im Bauch performte und @Victorixo zum Ausrasten brachte, sondern sich danach auch noch nahtlos in den Chor eingliederte und mit seiner individuellen Klasse dazu beitrug, dass das Konzert weiterhin das war, was es schon den ganzen Abend war: Überragend, trotz nicht wirklich optimalen Wetters.

Immer noch auf Wolke 7 verbrachte ich den ganzen Freitag von oben auf all die Leute hinabzublicken, die das Konzert verpasst hatten und erzählte meinen Eltern, die auf der Rückreise von Berlin einen kurzen Zwischenstopp bei uns in Winterhude machten, nur zwei Mal zu oft, wie beeindruckend und wunderschön das Konzert am Tag zuvor gewesen ist. Sorry dafür, das Essen in der Osteria da Vincenzo sollte aber mehr als dafür entschädigt haben.

Samstag stand dann die erste Runde im DHB-Pokal an und es ging nach Hagen, wo wir auf den ASV Hamm treffen sollten. Auf der ca. 5-stündigen Busfahrt beschäftigte ich mich mit allerlei Dingen, wollte aber die Zeit eigentlich mal wieder für ’ne ordentliche Runde Online Shopping nutzen. Leider zögerte ich aber bei der neuen Kollektion von Kappa Kontroll solange, bis genau die Teile ausverkauft waren, die ich haben wollte. Und so beendete ich das Kapitel Online Shopping für den Samstag und konzentrierte mich die restliche Busfahrt eher mit der Frage, wofür der Film „The Wrestler“, der im Bus lief, wohl einen Oscar gewonnen haben könnte. So richtig mitgerissen hat mich das Spektakel nämlich nicht.

Umso mehr hat mich dafür das spätere Spiel mitgerissen, dass ich mehr oder weniger entspannt von außen betrachten konnte, während mein Positionskollege Forsti einen Ball nach dem anderen im Tor versenkte, und wir uns mit einer ziemlich guten Performance und am Ende auch mit ein wenig Glück, in die Verlängerung retteten. Dort ging es dann hin und her, und am Ende leider einmal mehr her als hin und so verloren wir ziemlich unglücklich in den letzten Sekunden gegen den favorisierten Zweitligisten. Nach kurzer Enttäuschung fuhren wir dann doch zufrieden nach Hause.

Durch die Niederlage war es dann am Sonntag zumindest mal wieder so weit, und ich hatte am Sonntag tatsächlich zum ersten Mal seit drei Wochen einen Tag, an dem ich absolut keinen Termin und keine Verpflichtungen hatte. Und wie es sich für so einen Tag nun mal gehört, lag ich den ganzen Tag im Bett, wechselte immer mal wieder zwischen kurzen Wach- und langen Schlafphasen hin und her und war dann schockiert und zufrieden zugleich, als ich um 19 Uhr meinen dritten Mittagsschlaf beendete und das Wochenende schon fast wieder Geschichte war…




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Blogverzeichnis - Bloggerei.de