Weekly Struggle #9

Was für eine Woche! Sie fing nervig an, hörte noch nerviger auf, und war dazwischen eigentlich ziemlich ok. Aber von vorne. Nach meinem kleinen Malheur beim Abschlusstraining am Samstag verbrachte ich Montag den ganzen Nachmittag im Lans Medicum am Stephansplatz. Abgesehen davon, dass Arztbesuche ja generell nicht so spannend sind, war der Besuch dort aber ziemlich beeindruckend. Das Gebäude erinnerte mich mehr an Hogwarts als an eine Praxisgemeinschaft, und im Wartezimmer gab es tatsächlich drei verschiedene Teesorten. Vielleicht bin ich einfach leicht zu begeistern, aber so was habe ich bis jetzt noch in keinem Wartezimmer entdeckt. Nur schade, dass ich absolut kein Teetrinker bin..Trotzdem ging ich am Ende einigermaßen gut gelaunt, weil mein Knie nicht so kaputt war, wie es sich am Wochenende noch angefühlt hat. Zwei Wochen Pause, in denen ich mich voll dem Cardiotraining und meinem Oberkörper (der das auch mal nötig hat) widmen kann, sind für mich einigermaßen akzeptabel.

Dienstag stand dann mal wieder ganz im Zeichen des Shoppings, und überraschenderweise landete ich am Ende bei Urban Outfitters, wo ich in der Vergangenheit immer seltener gelandet bin, weil ich dort nie so richtig glücklich geworden bin. Zu meiner Überraschung war ich aber diesmal ziemlich begeistert. Der ganze Old School Kram von Fila, Kappa, Kangol, usw. macht den Store doch deutlich attraktiver, als ich gedachte habe. Und noch schöner ist, dass dort momentan bis zu 50% reduziert wurde. Hier mal ein kleiner Vorgeschmack der aktuellen Vintage-Welle bei Urban Outfitters.

Am Mittwoch spulte ich, wie jeden Tag, mein kleines Workout ab und radelte so vor mich her, machte mir Gedanken über gar nichts und zog mir ganz entspannt Eko’s neues Album „König von Deutschland“ rein. Solltet ihr auch mal machen btw! Trotzdem, wurde ich beim Song „Gheddo Finale“, auf dem er zusammen mit Bushido rappt, auf einmal melancholisch und trauerte der guten alten Zeit nach, als ich den ganzen Tag in meinem ersten Auto, einer wahnsinnig coolen schwarzen A-Klasse (ist cooler, als es sich anhört), durch meine Hood cruiste und mir dabei die Disstracks von Eko, Sido, Bushido, Kool Savas und sogar Capuccino reingezogen habe. Natürlich mit Fenster unten, und Arm lässig angewinkelt. Zumindest immer so lange, bis ich mal wieder an der Ampel abwürgte, was mir damals aufgrund fehlender Skills als Autofahrer öfter passierte. Was ich aber beherrschte, war in 0,2 Sekunden das Fenster hochzufahren, die Musik leise zu machen, und beschämt den Motor neu zu starten und wegzufahren, während ich mich von den umstehenden Fußgängern auslachen ließ. Vielleicht ist es doch nicht so schlecht, dass die Zeit vorbei ist.

Als ich am nächsten Tag aufwachte, waren es schon nur noch drei Tage bis zur Wahl und ich wusste immer noch nicht so richtig, was und wen ich wählen sollte. So richtig überzeugend fand ich niemanden, und so sah ich mir am Abend nochmal eine große Diskussionsrunde zur Wahl an, an der wichtige Politiker aller großen Parteien beteiligt waren. Der Auftritt der Leute bestärkte mich leider nur in meiner Ansicht, dass Politiker oft nicht so richtig cool sind. Ich verstehe nicht, warum die sich zu 90% damit beschäftigen, aufzuzeigen, was die anderen alle falsch machen, anstatt einfach mal selbst was richtig zu machen, oder zumindest zu erklären, wie sie es besser machen können. So war ich am Ende des Tages genauso schlau wie vorher und nahm mir vor, am Wochenende nochmal die Wahlprogramme zu studieren, um vielleicht doch noch mit Überzeugung wählen gehen zu können.

Vorher stand aber am Freitag aber erstmal noch ein Heimspiel mit meinen Jungs vom Handball Sportverein Hamburg an. Wobei ich das ganze nur von der Tribüne begutachtete. Zu Gast war der letztjährige Meister der 3. Liga, der TSV Altenholz. Und so spielten sie auch. Ziemlich selbstbewusst, mit der notwendigen Entschlossenheit und natürlich auch dem Quäntchen Glück zu rechten Zeit. Trotzdem hatten wir kurz vor Schluss noch die Chance das Spiel zu drehen, oder zumindest einen Punkt zu holen. Wurde dann aber leider doch nichts. Schade eigentlich..

Am Samstag passiert dann so gut wie gar nichts, was auch mal ganz cool war. Immerhin schaffte ich es, meine Playstation mal wieder aufzubauen, um mich an der Konsole wieder in Form zu bringen. Die ist in letzter Zeit nämlich viel zu kurz gekommen, und das kann ja nun wirklich nicht sein. Mit meinem kaputten Knie habe ich momentan ja auch die perfekte Ausrede, um den ganzen Tag nur in der Wohnung zu hocken und zu zocken. Wundervoll!

Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen des Umbruchs. Zum einen natürlich aufgrund der Wahlen, die uns die Regierung der nächsten vier Jahre bringen würde, zum anderen, weil @victorixo und ich meinen Kleiderschrank endlich mal drastisch entrümpelt haben. Das war nicht nur absolut überfällig, sondern leider auch eine Herkules-Aufgabe. Unfassbar, was für Dinge da zum Vorschein kamen. Teilweise habe ich Hosen, Sweater und T-Shirts gefühlt schon Jahre nicht mehr gesehen. Nach der ersten Hälfte meines Schrankes mussten wir dann auch entnervt aufgeben, waren aber doch ziemlich zufrieden mit uns. Ich war natürlich doppelt zufrieden, weil ich endlich wieder Platz für ein paar schöne, neue stilistische Wegbegleiter habe. Kann ich jedem nur empfehlen. Außerdem kann man mit seinen alten Sachen dann ja auch noch etwas Gutes tun, so dass man sich noch besser fühlt. Wo? Hier!

Weniger erfreulich waren dann am Abend die ersten Wahlprognosen, die für die AfD deutlich zu gut ausfielen. Mit jetzt einigen Tagen Abstand finde ich es zwar immer noch bitter, andererseits bin ich aber auch gespannt, wie lange die AfD die Lust behält, wenn die restlichen Parteien mal versuchen, ernsthafte Diskussionen mit ihnen zu führen, und sie nicht nur aus ihrer „Opferrolle“ heraus dämliche Parolen schreine können. Lange dauert’s nicht, behaupte ich mal. Und Alexander Gauland bestätigte mich dann auch kurze Zeit später mit seiner Aussage bei Anne Will, dass seine Partei ja sowieso nicht dazu da ist, konstruktive Ideen zu liefern. Da konnte ich mir ein Grinsen dann doch nicht verkneifen. Ich hoffe mal, dass mir das niemand übel nimmt. Die nächste Zeit wird politisch mit Sicherheit etwas anstrengend, aber vor allem auch spannend und unterhaltsam. In diesem Sinne: Bis nächste Woche!




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